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    Im Dezember 2006 wurde der Seestegschuppen von den Brüdern Marc Brune, Architekt und Jens Brune, Hotelier erworben und in einjähriger Bauzeit zu einem eleganten Hotel kernsaniert. Durch seine Authentizität reflektiert das Seesteg-Gebäude von außen die Strenge und den Charakter der Norderneyer Geschichte. Deshalb entschieden sie sich, das Gebäude — welches nicht unter Denkmalschutz stand — dennoch in seiner Struktur zu erhalten.

      Der vorgefundene alte Klinker war durch die exponierte Lage direkt am Meer salzdurchtränkt und damit porös. Alte Steine wurden ersetzt durch 60.000 handgefertigte kohlegebrannte Klinker, die heutzutage nur noch in zwei Manufakturen europaweit hergestellt werden. Sie bekleiden innen und außen das Mauerwerk des Seestegs. Das Lagergebäude wurde neu mit einem Staffelgeschoss versehen, was sich dezent zurücknimmt und mit einer modernen Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Eiche und Bronze einen bewussten Gegensatz zur alten Gebäudesprache setzt. Hierzu gehört auch die rahmenlose Balkonbrüstung. Die vorhandenen Holzbohlen aus dem Seestegschuppen, die ursprünglich den Bodenbelag der Geschossdecken bildeten, wurden im historischen Gebäudeteil als Wandverkleidung der Flure und Zimmer verarbeitet.

      Von der See aus gesehen ist das Hotel wie ein langer, horizontaler Streifen. Im Inneren wurde die Länge des alten Gebäudes von 50 Meter als Mittelachse aufgenommen, aus dem Erdgeschoss bis hin zum Obergeschoss mit dem 20 Meter langen Rooftop-Pool. Der unverstellte Zugang im Erdgeschoss zwischen der Lounge und dem Restaurant bis zu den angrenzenden Loft-Suiten bietet besondere Sichtachsen. Der Kaminblock deutet die Begrenzung des Kopfgebäudes an.

        Interieur, das berührt

        Von außen eher schlicht anmutend, offenbart sich im Inneren des Gebäudes eine harmonische Verbindung von Moderne und Historie, eine perfekte Symbiose von Sachlichkeit und Eleganz.

        Kalksandsteinböden und Glaswände komplementieren warmes Holz und sinnliche Stoffe wie Leinen und Seide. Auch die Holzarbeiten nehmen das Wechselspiel zwischen heller und dunkler Eiche auf. Im gesamten Gebäude wurden Holzbohlen verlegt, die wie in der Natur, unterschiedliche Breiten und Längen aufweisen.